Freitag, 04.11.2005
Die Schweiz ist tierfreundlich - Man baut an allen Ecken "Starenkästen"
Wer möchte kann sich einen Stadtplan von Zürich auf den Beifahrersitz legen und mit einem Textmarker markieren, wo er überall herum gekommen ist. Im Hotel kann man dann nachvollziehen, dass man eine kostenlose Sightseeing-Tour durchfahren hat. Baustellen und Umleitungen tun ihr übriges. Erleichternd kommt hinzu, dass man eigentlich immer das Gefühl hat, der Hintermann möchte einen an der nächsten Kreuzung zwischen die parkenden Autos schieben. Überholt dieser nette Weggefährte dann, so erkennt man im nach links schauen, dass das Fahrzeug aus der "Tiefer-Lauter-Breiter-Fraktion" keinen Lenker hat. Der Fahrer muss nach hinten umgefallen sein. Deshalb sind auch die Seitenscheiben verdunkelt. Klar. Man soll ja nicht erkennen, dass er in der Hose nach seinem Kasperl sucht. An der nächsten Ampel sieht man sich dann wieder. Die Ampelschaltungen sind nämlich durch neueste Fuzzy-Logik bedient. So kann ich mir erklären, dass man nie innerhalb der erlaubten 50 km/h die nächste Ampel grün vorfindet.
Übrigens kann man sich eigentlich das Abblendlicht sparen. Zumindest in Ampelnähe. Zuerst dachte ich, dass speziell an den Kreuzungen japanische Touristen Nachtaufnahmen machen. Nein! Vor, hinter, neben, über jeder Kreuzung hängt einer dieser gefürchteten Zu-Spät-Gebremst-Blitzautomaten. Ein wahres Feuerwerk bei Nacht. Eigentlich müsste man sich mit Klappstuhl, Bier und Zigaretten bei einer dieser Radarfallen hinsetzen und die Szenerie beobachten. Ich hab im Hotel nachgefragt, ob ich auch gleich ein Konto für die Ampel-Blitz-Strafe einrichten kann. Scheinbar hat das hier jeder. Übrigens ist es bei vielen Ampeln zwecklos bei "gelb" noch mal schnell Gas zu geben, um noch innerhalb der Toleranz über die Kreuzung zu kommen. Entweder man wird wg. Rotlicht geblitzt, oder wegen überhöhter Geschwindigkeit, wenn man extremes Pech hat, wegen beidem. Aber es scheint sich für den Kanton Zürich zu rentieren - die Blechpolizisten werden nämlich ausgebaut.
Aber eine Initiative wehrt sich: Die Radar-Info-Zentrale . Hier findet man sämtliche Starenkästen der gesamten Schweiz nach Kantonen sortiert. Auch der Bussenkatalog darf nicht fehlen. Man möchte ja schliesslich wissen, wie viel man zu berappen hat. Und das möglichst schon vorher. Übrigens: Mich hat es bisher noch nicht erwischt, zumindest nicht wegen überhöhter Geschwindigkeit. Nur wegen "Natel am Lenker" und die Busse hat erst mal gereicht. Aber einen Kollegen von mir aus dem "grossen Kanton" hatte es mal so richtig auf der Autobahn erwischt. Er rief mich hinterher an und fragte mich, wie schnell man denn auf den Schweizer Autobahnen fahren darf *lach*. Er wunderte sich nach der Heimreise nur, dass er keinen Bussen-Bescheid zugeschickt bekam. Tja, das läuft anders. Als er nämlich wieder mal an der Grenze stand, wurde doch glatt ausgerechnet sein Personalausweis kontrolliert und eingescannt. Man erinnerte ihn an seine Busse und er durfte diese gleich an der Grenze entrichten. Hätte er das Geld nicht parat gehabt, dann hätten ihn die netten Grenzer sicherlich zum nächsten Bankomaten begleitet. Aber das weiss ich nicht. Mich würde auch interessieren, wie viel Wegezoll durch Raser jedes Jahr allein in Zürich eingezogen werden. Vielleicht weiss das ja jemand.
Kommentare
Ich glaube in der Stadt Zürich sind es ca. 82 Millionen / Jahr, CHF natürlich :-)
Hallo Stadtmensch!
Besten Dank für die Info. Bei 82 Mio CHF ist es ja Wert eine eigene Firma zu gründen, die den Wegezoll systematisch betreibt. Das wäre doch eine Geschäftsidee.
Hat jemand eine Ahnung wieviele Führerausweise jedes Jahr in Zürich entzogen werden?
Gruss PeterPan
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